alles was vorher war...

Mit der Schilddrüsen-OP hat es begonnen, da dachte ich noch, alles käme in Ordnung.
Dann äußerten sich diese Symptome, und da nahm der Horror seinen Anfang. Schließlich kamen immer mehr Arztbesuche zu, und auch die Krankenhäuser blieben nicht aus.

Und alles was jetzt danach kommt, das schreibe ich hier nieder, denn mir wurde gesagt, ich leide unter einer psychosomatischen Ess-Störung... die sich als reine Angststörung entpuppt hat.

Dienstag, 28. Januar 2014

von Schmerzen und Flashs

Mag sein, das es Leute gibt, die sich über Flashs freuen oder gar sie genießen können. Rausch, ja, also früher (=vor der OP), wenn ich mir einen gekippt habe, ganz gepflegt mal beim Doktor (Who) und seinen intergalaktischen Abenteuern einen ColaWein oder gar ColaWhisky getrunken - lecker! Da konnte ich es kaum erwarten, bis ich einen Rausch bekomme, auch wenn es nur ein gaaaanz winzig kleiner ist (auch bekannt unter dem Namen "betuddelt"). Oder wenn mein Liebling und ich gedartet haben - dann nen schicken Rocksender eingeschaltet, ColaBierchen, zisch, Rausch, Spaß = genial! Kam ja alles auch nicht jeden Tag vor, und dann ist das in Ordnung, wenn man sich mal einen einschenkt.
Aber diese Flashs, die ich zur Zeit bekomme - naja, ob die jetzt wirklich nur vom Rauchen kommen, wage ich mittlerweile zu bezweifeln. Ich habe mehr und mehr das Gefühl, das das alles wieder maginal gesteuert wird. Heißt: die Hormone, die vom Magen ausgestoßen werden (und das ja vermehrt zur Zeit, weil alles drunter und drüber geht) suggerieren diesen Flash. Der Magen will immerzu fressen, ich aber nicht. Ich habe einfach oft das Gefühl,
es geht nix mehr rein - nicht unbedingt, weil der Magen schon schmerzt vor lauter Fresserei, denn so viel esse ich gar nicht. Sondern einfach, weil ich keine Lust mehr habe. Immer Brot, Brot, Brot und Käse, Käse, Käse. Was anderes geht nicht, mal Marmelade oder Honig - nicht machbar, da dreht sich mir alles im Kopf. Jedenfalls hat das ständige Hungergefühl dem Magen eingeredet: "Wenn jetzt das Nikotin kommt, dann boykottier das, weil das nix Festes ist, können wir nix mit anfangen!" Und so wird das wohl vom Magen gesteuert, der dann - Loch im Bauch mir einreden wollend - einfach nicht rauchen will.

'What's the Problem, dann rauch doch net!' hör ich jetzt schon einige schreien. NEIN! Denn das ist nicht mein Leben! Ich rauche seit mehr als 20 Jahren, immer gerne, seit knapp 12 Jahren ohne Filter und zudem Selbstgedrehte. Ich abverlange meinem Körper ja schon so wenig als möglich, und die 5-10 Kippchen am Tag, die sollte er locker wegstecken können. Aber nein, mein Magen schickt mich in reihenweise Flashs, Schwindel (wenn auch nur kurzzeitig), extremes Schwächegefühl, schweißnasse Hände, "Fliegen" (ein schweres Fliegen, als hätte jemand einem Blei an die Füße gebunden), Schwanken, und dann kommt die Angst, die Panik...

Seit einigen Tagen - gestern abend war es richtig heftig - dann ein Ziehen, ein Stechen wie von einem Messer an der Brust. Richtung Herz. Panik. Ich dachte für einen Moment, es ist aus, ich flehte, das ich das überstehen möge, das es nicht das Herz ist... Heute das ganze noch zwei Mal, und die Panik folgte natürlich auf dem Fuße. Beim ersten Mal bin ich gleich 2 Stunden im Bett geblieben, endlos Tränen geweint - beim zweiten Mal war es gegen 14 Uhr beim Essen (Champignonbaguette), und wir wollten eine Stunde später dann zum Arzt. Das zwote Mal war nicht so heftig, ich wollte einfach weiteressen, weil ich wirklich Hunger hatte. Paßte mir sozusagen nicht in den Kram, obwohl ich den Schmerz nicht mit Wut wegbekam, sondern ihn wohl allein deshalb nicht so derb empfand, weil ich total groggy war.
Tja, beim Arzt war ich - mein Hausarzt, der gleichzeitig Kardiologe ist. Praktisch in diesem Fall. Sicher hatte ich schreckliche Angst, denn was wäre wenn... ? Aber soweit versuchte (!) ich nicht zu denken, sondern nur Schritt für Schritt. Also ab ins Labor zum EKG, dann wurde noch Blut abgenommen für einen Trop-Test, der zum Glück negativ ausfiel.

Die Sprechstunde dann war zwar nicht überraschend, aber dennoch aufschlußreich. Am Herzen liegt es nicht, dieser stechende Schmerz, sagt mein Arzt, aber ich leide mittlerweile unter einer Schulterfehlstellung. Nichts Dolles also, das ist aufgrund der enormen Anspannung entstanden. Die HWS ist ein wenig krumm, und durch die schräge Haltung, die ich angenommen habe, das steife Bewegen leite ich also unter skelettären Schmerzen, die sich mit den Muskelschmerzen verbinden und so dieses Stechen ergeben können. Durch viel Bewegung (wenn ich dann endlich in die Physio kann den Monat) wird man das wieder in den Griff kriegen, sagt der Doc.
Okaaaay, aber wirklich beruhigen kann mich das alles nicht. Naja, vielleicht ein wenig hinsichtlich der Schmerzen, wenn sie sich in Grenzen halten. Wenn. Ich bewege mich steifer, sagt der Doc, als die 80jährige Dame, die auf dem Gang gewartet hatte. Hmhm, ich solle versuchen, ein wenig lockerer in meinen Bewegungen zu werden. Und die Angst müsse in den Griff bekommen werden... Ja, das stimmt wohl.

Bliebe dann also noch das Unding mit den Flashs. Ralf meint, ich bekäme keine Flashs mehr, vor allem nicht vom Rauchen. Ich rauche viel zu lange schon - und nun auch seit Weihnachten wieder, das all diese Flashs vermutlich nur Einbildung wären, hervorgerufen durch die Angstzustände und die Verkrampfung --- geistig. Mag sein. Ich jedoch denke, das sie maginal sind, wie ich oben schon schrieb. Und das, tja, das weiß ich echt nicht, wie man das in Zaum halten, kontrollieren soll, außer eben wieder mit dem Plotzen aufzuhören... Aber besser geht es mir ohne Kippchen nicht wirklich, denn - auch schon erwähnt - ich rauche einfach viiiieeel zu gerne!

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