alles was vorher war...

Mit der Schilddrüsen-OP hat es begonnen, da dachte ich noch, alles käme in Ordnung.
Dann äußerten sich diese Symptome, und da nahm der Horror seinen Anfang. Schließlich kamen immer mehr Arztbesuche zu, und auch die Krankenhäuser blieben nicht aus.

Und alles was jetzt danach kommt, das schreibe ich hier nieder, denn mir wurde gesagt, ich leide unter einer psychosomatischen Ess-Störung... die sich als reine Angststörung entpuppt hat.

Dienstag, 14. Januar 2014

Der Weg des gröbsten Widerstandes...

... ist natürlich weitaus schwieriger zu gehen als der Pfad, der eben und gerade ist. Mir ist schon so einiger Sch**** im Leben passiert, es sind Dinge geschehen, auf die ich keinen Einfluss hatte, die sich einfach verselbständigt haben, Situationen, die mir die Zügel aus der Hand rissen und mich nicht gerade stolz machten auf das, was sich ereignete. Aber ich bin da durch! Und ich habe aus all diesen Situationen eine Lehre gezogen, habe etwas mitgenommen, das mich hat reifen lassen, erwachsen werden lassen, mich klüger gemacht hat und feit gegen Momente, die mir zu entgleiten drohen.
 Aber das jetzt... ! Diese Lage, in die mich die SD-OP gebracht hat, die überfordert mich vollkommen! Es mag sein, das ich deswegen in die Angst-Spirale geraten bin, weil es sich um meinen Körper handelt - früher, gleich in welcher Lebenslage, handelte es sich zumeist um meine Seele, und die ist nicht greifbar, wenn auch sehr wohl spürbar. Aber wenn der Körper Signale sendet - falsche Signale - die man zudem ja auch folglich falsch
deutet, schickt er einen auf einen Weg, der nicht leicht zu gehen ist, den man nicht einfach mal so strack laufen und hinter sich bringen kann. Aber ich gehe ihn nun, ich gehe diesen Weg des gröbsten Widerstandes. Ich habe mich vor einiger Zeit fest dazu entschlossen, und ich habe sehr wohl einen starken Willen. Unbezwingbar vielleicht nicht gerade, aber wenn ich etwas wirklich will, tief in mir, dann werde ich es auch erreichen! Und so möchte ich nur durch dieses Ziel gehen können, das ich benenne mit "normales Leben".

Ich befinde mich nun mitten auf diesem Weg. Ich bin heute in der Therapie-Stunde gehüpft - japp, gehüpft, richtig gelesen, denn meine Ärztin meinte, das ich das kann und das ich keine Angst haben müsse, das mein Körper schlapp macht oder ich umkippe. Ich bin also gehüpft, bin an ihrer Seite einige Male zügig durch den Raum marschiert und habe einen kleinen Parcours hingelegt. Und auch hier wieder diese beiden kleinen Worte, die für mich eine so große Bedeutung erlangt haben: es ging!
 Den Heimweg habe ich, wenn auch größtenteils an Ralfs Seite, dann auch zu Fuß absolviert, und das ist eine ganz schöne Strecke, das zieht sich dann richtig nach der Hälfte. Das Laufen war herrlich, auch wenn es mir direkt ins Gesicht geregnet hat und ganz schön kalt war. Die Beine - vornehmlich natürlich die Knöchel/Gelenke und die Oberschenkel - haben mir kurz vor Daheim dermaßen weh getan... ich war zwar froh, als ich zu Hause sitzen konnte, aber es war trotzdem wunderbar, mal eine längere Strecke laufen zu können --- und dieses Mal nicht im Schneckentempo, nicht so derbe geschlendert, wie ich es mir angewöhnt habe. Nein, ich bin fast normal gelaufen - sicher, das Schwanken ist noch immer da, aber ich versuche es weitgehend zu ignorieren und einfach weiterzumarschieren. So! Ging doch auch!

Was hatte meine Therapeutin mir heute übers Essen gesagt? Ich solle tatsächlich nicht immerzu essen. Ich erzählte ihr, das ich so oft kleine Häppchen äße, das mich das zur Zeit total unter Streß setzt. Ich muß ja immerzu schauen, das ich was zu Essen finde, und sei es eben nur eine Scheibe Toast mit Scheiblettenkäs. Sie meinte, ich solle zwischen den Mahlzeiten (Frühstück, Mittag, Abendbrot) nur zwei Mal eine kleine Mahlzeit einlegen - zum Beispiel eben meine Banane, auf die ich seit Wochen keinen Tag mehr verzichte (Kalium, sag ich nur, und Calcium ja auch! :)). Ich solle ruhig Hunger empfinden und meinem Körper zeigen, das er nichts zu befürchten hat, nur weil ich mal nicht direkt etwas esse. Ich solle morgens statt der einen Scheibe Brot eben einfach zwei essen - oder auch zwei Brötchen, das sei auch nicht wirklich viel. Und zum Mittag einen ganzen Teller verspeisen, denn das sei eine Mahlzeit, nicht nur ein paar Gabeln bzw. die Hälfte des Essens stehenlassen.
 Gut, das werde ich nun auch trainieren und hoffe, das es klappt!

Und dann... was hat mir der rauhe und steinige Weg heute noch gebracht? Ich habe tatsächlich das etwas später ausgefallene Mittagessen (na, war doch auch nicht schlimm) komplett verschlungen, im wahrsten Sinne des Wortes. Das war eine wirklich gute Portion Mischgemüse mit Pilzen und Kartoffelstückchen. Nachdem ich mich dann eine Stunde abgelegt hatte (da wollte ich dann net mehr, vom vielen Laufen war ich doch ebbes groggy) und davon auch 20 Minuten wohl gepennt hatte, tja, da habe ich meinen Gelüsten nach etwas Süßem nachgegeben und zwei Kekse gefuttert. Okay, nur zwei, aber das reicht auch! ;) Und: es ging!

Das war ein bisher sehr erklecklicker Tag, ich habe einiges gelernt bzw. gesehen, von dem ich mir schon dachte, das es funktionieren müsse. Nur muß er eben auch gegangen werden, dieser Weg des gröbsten Widerstandes - und ich laufe und laufe und werde es packen, die gesamte Strecke zurückzulegen!

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