alles was vorher war...

Mit der Schilddrüsen-OP hat es begonnen, da dachte ich noch, alles käme in Ordnung.
Dann äußerten sich diese Symptome, und da nahm der Horror seinen Anfang. Schließlich kamen immer mehr Arztbesuche zu, und auch die Krankenhäuser blieben nicht aus.

Und alles was jetzt danach kommt, das schreibe ich hier nieder, denn mir wurde gesagt, ich leide unter einer psychosomatischen Ess-Störung... die sich als reine Angststörung entpuppt hat.

Montag, 13. Januar 2014

Überanstrengung oder doch wieder ...

... nur die Angst?


Eben habe ich mein Abendessen beendet - ein Teller Grünkerncreme-Supp. Eine Dreiviertelstunde zuvor hatte ich mir ein Toast mit Frischkäse einverleibt --- und fühlte mich plötzlich irgendwie komisch. Komisch - ja, das ist ein mittlerweile allzu vertrautes Wort, das für all das steht, das in diesen Momenten in mir vorgeht und das ich, so sehr ich es auch versuche, nicht klar definieren kann.
 Ralf ist heute ständig draußen unterwegs gewesen - wie auch jetzt, so gegen viertel vor acht abends. Ich habe allerlei Zeugs gemacht: sei es gedaddelt (weniger); an dem Dropdown-Menü gewerkelt, das ich hier einbauen möchte; dann war ich heute morgen beim Hausarzt um den Konsiliarbericht abzugeben, den er für die Therapeutin ausfüllen soll (und dort bin ich alleine hingelaufen während Ralfi hier auf mich gewartet hat!); habe gespült und ... ja, keine Ahnung, war irgendwie ständig beschäftigt. Mußte auch ständig aufstehen heute und mich hin- und herdrehen. Mir ist zum ersten Mal bewußt geworden, wie oft man am Tag den Kopf nach unten senkt bzw. nach unten schaut, wie oft man den Kopf nach links oder rechts drehen muß... schrecklich! Ich komme mir heute extrem wie auf einem Schiff vor, wanke vor und zurück, mein Kopf scheint
sich jeden Moment im Kreis drehen zu wollen... das gefällt natürlich meinem Magen auch überhaupt nicht so dolle... seufz.

Nun ja, jedenfalls ging es mir gegen 19:15 Uhr irgendwie echt elend, und dabei hatte ich mir vorgenommen, heute mal eine halbe Tasse Glühwein - alleine! - zu trinken. Nur um einen kleinen Alkohol-Stresstest zu vollziehen. Nur um mir zu zeigen, das es alleine geht, das ebenso nichts passiert, wie wenn Ralf da ist.
 Aber seit ich vorhin den Toast gegessen habe... naja, das Süppchen ging auch, und zwar dermaßen problemlos... und das, obwohl sie so seltsam süß geschmeckt hat. Aber so schmeckt Grünkern eben, den Geschmack kenne ich seit mehr als zwanzig Jahren, und das habe ich meinem Magen gesagt. Der soll aufhören, solche Mucken zu machen, das schlägt nicht nur auf den Magen, das macht den Kopf ganz wuschig. Ich habe seit Tagen schon ständig das Gefühl, als würde mir schwindelig... klingt komisch, da mir ja immerzu schwindelig ist. Aber so ein Schwankschwindel ist dann doch etwas anderes, zumal nicht immer so stark ausgeprägt. Am schlimmsten ist es, wenn ich stehe und nach unten schauen muß, wenn ich laufe oder gerade die Augen aufmache. Wobei auch letzteres sich mittlerweile in Grenzen hält. Doch die Übelkeit, die Unsicherheit generell und die Mucken des Magens... das alles läßt sich mir den Kopf scheinbar drehen - oder jedenfalls ist er sekündlich bereit dazu, sage ich mal so. Ich spüre den Schwindel hinter den Augen, hinter der Stirn. Ich spüre, wie das Hirn sich winden will, wie es sich drehen und ausflippen will. Es scheint fast so, als würde es nur noch von einem kleinen Nerv festgehalten, der sich mit aller Macht daran festklammert. Nur deswegen dreht sich nicht alles um mich... und das möchte ich nicht mehr erleben, nie mehr. Ich habe solche Angst vor diesem Schwindel! Zu viele Wochen war er mein Begleiter, manche Tage waren es Stunden, die sich alles um mich drehte, und ich konnte kaum die Augen öffnen... auch nicht schließen, es war dann nur minimal besser. Ich fürchte mich sehr davor, das das alles wieder von vorne losgeht, sollte mein TSH-Wert weiter steigen. Diese Unterfunktion macht mich fertig.

... aber das würde sie ja auch, wenn ich nicht alleine hier in der Wohnung wäre. Das macht sie immerzu, mich fertig, und die Angst verspannt mich völlig. Mag sein, das die Schmerzen im Nacken-/Schulterbereich dazu beitragen, das ich den Schwinden in mir spüren kann. Mag alles sein, nutzt mir aber auch nix.
 Ich habe das Gefühl, das ich mich ein wenig überanstrengt habe. Würde ich mich aber nun hinlegen, wäre das auch wieder nur eine Flucht nach vorn. Denn präventiv ausruhen ist bei Schwindel nicht - und schon gar nicht bei einer SD-Unterfunktion. Geht halt nicht. So von wegen: so, ich leg mich mal 3 Stunden hin, und dann habe ich später die drei Stunden gut. Ha, hahahaha, wär ja 'ne klasse Sache das!

Letztendlich bin ich der Meinung, das es ein klein wenig Überanstrengung für den Kopf gewesen sein kann - das Gebastel am Dropdown-Menü, und das ständige nach unten schauen auch. Aber ansonsten ist wohl doch eher wieder alles auf die Angst zu schieben - das ich alleine bin und wer weiß was passieren könnte.

Die Angst... ach Mensch, hau' endlich ab!

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